Gemeinsame Antworten auf den demografischen Wandel finden

Lebensqualität für Familien, für Jung und Alt, für Menschen verschiedenster Herkunft. Das ist die zentrale Herausforderung, der Städte und Gemeinden in ganz Deutschland gegenüberstehen. Doch was kann man unternehmen, um den öffentlichen Raum für junge Familien attraktiv zu machen? Wie können Städte auf eine alternde Gesellschaft reagieren und das Zusammenleben von Jung und Alt gestalten? Auf diese Fragen des demografischen Wandels werden Antworten gesucht – und gefunden.

 

Bürgerinnen und Bürger sollten konkrete Möglichkeiten bekommen, ihre Ideen mit Entscheidungsträgern, Expertinnen und Planern zu diskutieren und zu bewerten. Online-Diskurse oder BürgerForen eignen sich besonders für die Diskussion der Herausforderungen des demografischen Wandels, denn sie schließen potenziell jede Bürgerin, jeden Bürger ein. Politik und Verwaltung profitieren vom “Erfahrungswissen” ihrer Bürgerinnen und Bürger und erreichen eine hohe Identifikation mit den Diskussionsergebnissen und Handlungsempfehlungen: eine “Win-win”-Situation.

 

Start des BürgerForums Demografischer Wandel in Oldenburg

Weniger“, „älter“, „bunter“: In Oldenburg will man den demografischen Wandel gemeinsam gestalten.
Der demografische Wandel ist eines der wichtigsten gesellschaftlichen Themen unserer Zeit. Was vielen nur als Schlagwort bekannt ist, hat Auswirkungen auf nahezu alle Bereiche des sozialen und wirtschaftlichen Lebens. Unsere Gesellschaft verändert sich dabei nicht nur in technologischer oder wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch im Hinblick auf Normen und Werte, Strukturen des Zusammenlebens und vielem mehr. Die Auswirkungen des gesellschaftlichen Wandels werden oft vereinfacht mit den Schlagworten „weniger“, „älter“, „bunter“, „verschiedener“ und „vereinzelter“ beschrieben. 

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Hamburg: Politik und Verwaltung profitieren von pragmatischen Vorschlägen

Ziel der Online-Diskussion „Familienfreundlicher Wohnort Hamburg“ (2005) im Auftrag der Freien und Hansestadt Hamburg war die Erstellung eines Leitfadens zum Thema Wohnen aus Bürgersicht: Er umfasst eine Checkliste für Wohngebiete, illustriert familienfreundliches Wohnen am Beispiel verschiedener Quartiere und gibt Hinweise für familiengerechtes Wohnen für Mieter, Eigentümer, Planer, Politik und Verwaltung. Die Online-Diskussion hat gezeigt: Besonders junge Familien können mit dieser Form der Bürgerbeteiligung gut erreicht werden.

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Berlin 1: Mit einer umfassenden PR-Strategie Aufmerksamkeit und Interesse erzeugen

Unter dem Motto „Berlin gemeinsam gestalten” konnten die Berlinerinnen und Berliner im Herbst 2008 vier Wochen lang auf der Internetplattform www.zusammenleben-in-berlin.de über das Familienleben in der Hauptstadt diskutieren und sich mit ihrer Meinung dazu einbringen, wie sie „Familienfreundlichkeit“ definieren. Der Online-Dialog „Zusammenleben in Berlin“ wurde vom Berliner Beirat für Familienfragen initiiert, der sich aus verschiedenen Mitgliedern von Verbänden, Wissenschaft, Kirchen, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammensetzt und den Berliner Senat in Fragen der Familienpolitik und bei familienrelevanten Gesetzesvorhaben berät. Wie auch die Auswertung unserer anderen Online-Diskurse zu Familienthemen hat das Berliner Beispiel gezeigt, dass dieses Format insbesondere eine spezielle Nutzergruppe anspricht, die erfahrungsgemäß bei Familienthemen nur schwer über herkömmliche Beteiligungsformen zu erreichen ist: die Männer.

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Berlin 2: Breite Beteiligung durch Kombination von Präsenz- und Online-Beteiligung

Eineinhalb Jahre nach dem ersten Online-Dialog Zusammenleben in Berlin lud der Berliner Beirat für Familienfragen die Berlinerinnen und Berliner vom 16. April bis zum 17. Mai 2010 erneut ein, im Internet über das Familienleben in ihrem Kiez zu diskutieren. Seit 2008 hatte der Berliner Familienbeirat neben der ersten Onlinediskussion verschiedene Beteiligungsformate eingesetzt, z.B. wissenschaftliche Bestandsaufnahmen und Bedarfsanalysen, ganztätige Familienforen, Diskussionsveranstaltungen und Fachforen, um sowohl die wissenschaftliche Expertise als auch die Sicht der Bürgerinnen und Bürger in den neuen Berliner Familienbericht und seine Handlungsempfehlungen einfließen zu lassen. Eine PR- und Social Media-Kampagne sorgte für eine weite Verbreitung des Online-Dialogs, an dessen Ende viele hundert Anregungen und Vorschläge der Teilnehmenden standen: Mit der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern per Briefpost konnten auch Menschen erreicht werden, die dem Medium Internet (noch) nicht so nahe stehen.

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Interview mit Peter Ruhenstroth-Bauer, Vorsitzender des Berliner Beirats für Familienfragen 2007-2012: „Beteiligung macht nur Sinn, wenn Politik bereit ist, auf Augenhöhe zu kommunizieren!“

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Peter Ruhenstroth-Bauer, Vorsitzender des Berliner Beirats für Familienfragen 2007 – 2012

Frage: Herr Ruhenstroth-Bauer, der Familienbericht, den der Berliner Beirat für Familienfragen im Auftrag des Berliner Senats von 2007-2011 erstellt hat, war ausdrücklich als „Bericht mit Familien“ konzipiert, nicht als „Bericht über Familien“. Warum haben Sie sich für diesen Ansatz entschieden?

 

Peter Ruhenstroth-Bauer: Wir wollten mit den Bürgerinnen und Bürgern in einen echten Dialog treten, einen Austausch auf Augenhöhe organisieren, bei dem sich beide Seiten – Politik und Verwaltung auf der einen, Bürgerinnen und Bürger auf der anderen Seite – ernst nehmen und respektieren. Denn Bürgerbeteiligung – und das gilt für alle Ansätze und Fragestellungen, bei denen Bürgerinnen und Bürger zu Recht mehr Mitsprache fordern – macht nur Sinn und trifft bei den Bürgerinnen und Bürgern nur dann auf nachhaltige Resonanz, wenn sie von vornherein als ernst gemeinter Beteiligungsprozess angelegt ist, der auch zu greifbaren Ergebnissen führt.

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Hannover: (Online-) Familienkonferenzen geben Impulse

Frühkindliche Bildung, Zeitmanagement, Vereinbarkeit von Familie und Berufsleben, ehrenamtliche Arbeit und das Zusammenleben der Generationen: Zu diesen und weiteren Diskussionsschwerpunkten hat die Landeshauptstadt Hannover ihre Bürgerinnen und Bürger vom 6. November bis 3. Dezember 2013 eingeladen, ihre Ideen einzubringen und gemeinsam Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Die Ergebnisse der Online-Diskussion wie auch der von der Stadt Hannover veranstalteten Familienkonferenzen vor Ort in den hannoverschen Stadtteilen sollen Politik und Verwaltung der Stadt Hannover Impulse geben, mit welchen Maßnahmen die Situation von Familien verbessert werden kann. Bei zwei Live-Diskussionen auf der Plattform hatten die Teilnehmenden zudem Gelegenheit, sich mit Experten zu wichtigen Fragen des Familienlebens auszutauschen. Der gesamte Beteiligungsprozess stand und steht unter dem Motto:  „Wie will ich leben in …?“

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Interview mit Bärbel Kuhlmey, Familienmanagerin der Landeshauptstadt Hannover: „Die Teilnehmer wissen sehr gut über ihr Umfeld Bescheid und haben realistische Kostenvorstellungen.“

Bärbel Kuhlmey, Familienmanagerin der Landeshauptstadt Hannover

Bärbel Kuhlmey, Familienmanagerin der Landeshauptstadt Hannover

Frage: Frau Kuhlmey, die Online-Familienkonferenz „Wie will ich leben in Hannover?“ stellt ein Bestandteil der Gesamtstrategie der Stadt Hannover dar, Familien in die Gestaltung ihrer Belange einzubeziehen. Können Sie einige Meilensteine des gesamten Prozessablaufs benennen?

 

2008 haben wir das Meinungsforschungsinstitut Prognos mit einer repräsentativen Befragung von Experten und Familien beauftragt, deren Ergebnis ein Gutachten zur Familienpolitik mit einer Stärken-Schwächen-Analyse war. Themenfelder waren hier z. B. Kinderbetreuung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Freizeitangebote und Wohnen. Ab 2011 haben wir dann im Rahmen unseres Familienmonitorings quantitative Daten erhoben, etwa zum Anteil Alleinerziehender, zum Zusammenleben von Jung und Alt und zur Wohnsituation von Familien. Anschließend haben wir mit der qualitativen Informationsgewinnung zu den unterschiedlichen Lebens- und Problemlagen von Familien in Hannover begonnen. Wichtig war uns dabei von Anfang an, diejenigen in unsere Entscheidungsfindung einzubeziehen, die am besten darüber Bescheid wissen: Die Bürgerinnen und Bürger selbst, als „Experten der eigenen Lebenslage“. Daher haben wir unter dem Motto „Wie will ich leben in …?“ Familienkonferenzen in den Stadtteilen vor Ort durchgeführt.

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München: Hohe Beteiligung durch niedrigschwelliges Angebot

In München wurde die Online-Diskussion im Kontext einer neu zu entwickelnden Leitlinie zur Kinder- und Familienpolitik durchgeführt. Die Erstellung dieser Leitlinie wurde bereits 2004 durch den Münchner Stadtrat beschlossen und in den nachfolgenden Jahren ausgearbeitet. Zwischen März und Oktober 2006 ist das Thema Kinder- und Familienstadt München vor dem Hintergrund dieser Leitlinie im Rahmen einer Öffentlichkeitsphase mit verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren wie Unternehmen, Kirchen, Verbänden und den Familien selbst diskutiert worden. Dazu erfolgten zwischen März und Mai 2006 sowohl drei Informationstage als auch die Internetdiskussion, zu der das Hamburger Beispiel inspiriert hatte.

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Chemnitz: BürgerForum mit Zufallsauswahl

Das Format BürgerForum kombiniert On- und Offline-Formate

Das Format BürgerForum kombiniert On- und
Offline-Formate (© Bild: Bernhard Link)

Die Herausforderungen für eine familienfreundliche Stadt der Zukunft sind so vielfältig wie ihre Menschen. Warum betonen z.B. Chemnitzer in ihrem BürgerProgramm für den demografischen Wandel die Maßnahme „Bildung für junge Eltern“?
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